Interview: Reden wir über
Nachhaltigkeit
– mit Nicole Aigner

Interview: Reden wir über
Nachhaltigkeit
– mit Nicole Aigner

Nicole, reden wir mal über ein paar konkrete Forderungen. Wie wichtig ist es, deiner Meinung nach, dass sich die Politik  gegen Atomstrom einsetzt oder zum Beispiel heimische Lebensmittel fördert?

Für mich beginnt  jede Veränderung zunächst bei mir daheim. Was heißt das? Regionale Lebensmittel haben für mich oberste Priorität, denn hier kann ich als Verbraucherin auch tatsächlich mitentscheiden, wen ich unterstütze und wofür ich stehe. Regionale Produkte haben einen Wert. Diesen bin ich auch gerne bereit zu zahlen.

Was den Atomstrom anbelangt: Hier müssen wir dahinter sein. Betrachten wir meine Heimatgemeinde: Hier wird mehr Strom sauber erzeugt als wir verbrauchen können. Das kann ein Vorbild für ganz Österreich sein.

 

Liebe Nicole, jetzt haben wir schon viel über Nachhaltigkeit gehört. Du bist ja aus Niederösterreich, auch dort gab es eine coole Aktion der JVP. Du kannst uns bestimmt was über die Baumpflanzaktion erzählen.

Was wir mit unserer Aktion „Bäume pflanzen. Zeichen setzen“ geschafft haben, ist die größte Baumpflanzaktion Niederösterreichs und in der Geschichte der JVP: 5730 Bäume in 573 Gemeinden – vor Ort in den regionalen Baumschulen gekauft, damit die Wertschöpfung schon vor dem Einpflanzen beginnt und danach nicht aufhört. Auf diese Weise schaffen wir langfristig einen Beitrag zum Klimaschutz.

An der Stelle möchte ich all unseren Mitgliedern in den Ortsgruppen ein großes Dankeschön aussprechen. Ohne ihren Einsatz wäre die Aktion nicht zu einem solchen Erfolg geworden. Und ganz ehrlich: Die Aktion hat auch richtig Spaß gemacht!

 

Nenne mir drei Dinge die Du in deinem alltäglichen Leben machst, um nachhaltiger zu sein.

Zunächst ist es mir sehr wichtig, regional und, wenn irgend möglich, unverpackt einzukaufen. Bei uns in der Gemeinde gibt es hierfür zum Glück den Regionalladen. Dort weiß ich ganz genau, von wem ich die Waren erwerbe, aber auch, dass die Familie einen anständigen Preis bekommt und dass die Transportwege gering und damit klimafreundlich waren.

Auch beim Thema Mode ist viel möglich: kaufen im Second-Hand-Shop zum Beispiel ist eine super Alternative. Vor allem aber schneidere ich auch einiges selbst oder um: Steckt viel Arbeit drin, so behandelt man die Kleidung automatisch mit mehr Achtsamkeit.

Zu guter Letzt möchte ich noch einen vermutlich eher ungewöhnlichen Punkt erwähnen: Wann immer es längentechnisch möglich ist, spende ich meine Haare an einen Verein, der Perücken für Kinder, die, aus welchen Gründen auch immer, keine Haare haben, herstellt. Kunsthaar ist nun einmal kein Echthaar. Der nächsten Generation ein Stück weit noch mehr Lebensqualität zu schenken ist für mich die höchste Form der Nachhaltigkeit.

 

Nicole Aigner

Chefredakteurin & Mitglied des Landespräsidiums der JVP Niederösterreich

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